Bodengleiche Dusche nachträglich einbauen: Ablauf, Kosten und Zuschuss
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Bodengleiche Dusche nachträglich einbauen: Ablauf, Kosten und Zuschuss

Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Pflege-, Sozial- oder Rechtsberatung. Leistungen, Beträge und Fristen ändern sich — bestätige den aktuellen Stand bei deiner Pflegekasse, der Wohnberatung oder dem zuständigen Amt. Stand: 2026.

Eine Duschwanne mit hohem Einstieg ist eine der häufigsten Sturzursachen im eigenen Bad. Nach einem Sturz oder einer neuen Diagnose stellt sich schnell die Frage, ob und wie sich die Dusche bodengleich umbauen lässt — und wer das bezahlt. Die gute Nachricht: Der Umbau ist in den meisten Bädern technisch möglich, und ein Teil der Kosten lässt sich über die Pflegekasse fördern lassen, wenn die Reihenfolge stimmt.

Wann eine bodengleiche Dusche sinnvoll wird

Nicht jeder Umbau muss sofort erfolgen. Typische Auslöser sind ein Sturz über den Duschwannenrand, eine Diagnose mit fortschreitender Mobilitätseinschränkung oder die bevorstehende Nutzung von Rollator oder Rollstuhl im Bad. Auch wenn aktuell noch keine akute Notlage besteht, lohnt sich der frühzeitige Umbau, weil er die Wohnung langfristig sicherer macht und spätere Notfall-Umbauten unter Zeitdruck vermeidet. Wichtig ist dabei: Die Maßnahme zählt als wohnumfeldverbessernd im Sinne der Pflegekasse, nicht als reine Renovierung — das öffnet die Tür zum Zuschuss.

Gerade nach einer Klinik-Entlassung fehlt oft die Zeit, in Ruhe zu planen. Trotzdem lohnt es sich, die Reihenfolge nicht durcheinanderzubringen: Erst die Bedarfsklärung, dann der Antrag, erst danach der Umbau. Wer diese Reihenfolge umdreht, verliert häufig genau den Zuschuss, der den Umbau überhaupt finanzierbar macht. Angehörige, die den Prozess begleiten, sollten sich frühzeitig einen Überblick verschaffen, welche Stellen zuständig sind, damit niemand zwischen Pflegekasse, Sanitätshaus und Vermieter hin- und hergeschickt wird.

Voraussetzung: Pflegegrad und Antrag vor Baubeginn

Für den Zuschuss nach §40 Abs. 4 SGB XI braucht die Person, für die umgebaut wird, mindestens Pflegegrad 1. Ohne anerkannten Pflegegrad gibt es keinen Zuschuss von der Pflegekasse — dann kommen andere Fördertöpfe wie KfW-Zuschüsse für altersgerechtes Umbauen infrage, die aber anderen Regeln folgen.

⚠️ Achtung: Der Antrag muss bei der Pflegekasse gestellt werden, bevor der Handwerker mit dem Umbau beginnt. Wird zuerst gebaut und erst danach beantragt, kann der Zuschuss verfallen. Hol dir die Zusage schriftlich, bevor der erste Auftrag unterschrieben wird.

Wie hoch der Zuschuss ausfällt

Nach §40 Abs. 4 SGB XI übernimmt die Pflegekasse für eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme wie den Badumbau bis zu rund 4.180 € je Maßnahme (Stand 2026, bei der Pflegekasse bestätigen). Leben mehrere pflegebedürftige Personen in einer Wohngemeinschaft und wird gemeinsam gebaut, kann sich der Zuschuss pro Person addieren, wobei die Maßnahme als eine gebündelte Baustelle betrachtet wird. Der restliche Betrag — bei einem kompletten Badumbau oft mehrere Tausend Euro zusätzlich — muss selbst getragen oder über andere Programme abgedeckt werden.

PostenGrößenordnung
Zuschuss Pflegekasse (§40 Abs. 4)bis rund 4.180 € je Maßnahme
Voraussetzungmind. Pflegegrad 1
Antragszeitpunktvor Baubeginn
Restkostenindividuell, je nach Bad und Ausführung

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Bedarf klären: Wohnberatungsstelle oder Sanitätshaus vor Ort einbinden, um die technische Machbarkeit im konkreten Bad zu prüfen.
  2. Antrag stellen: Formloser Antrag auf Zuschuss zur wohnumfeldverbessernden Maßnahme bei der Pflegekasse, meist mit Kostenvoranschlag eines Fachbetriebs.
  3. Zusage abwarten: Erst nach schriftlicher Bewilligung mit dem Umbau beginnen.
  4. Umbau durchführen: Fachbetrieb beauftragen, der Erfahrung mit barrierefreien Bädern hat — nicht jeder Fliesenleger kennt die Anforderungen an Gefälle und Abdichtung.
  5. Abrechnung einreichen: Rechnung bei der Pflegekasse zur Erstattung einreichen.

Wohnberatung nutzen — kostenlos und neutral

Kommunale Wohnberatungsstellen prüfen unabhängig, welche Umbauten im konkreten Bad sinnvoll sind, und kennen die Antragswege vor Ort. Der Service ist in der Regel kostenlos und neutral — anders als die Beratung durch einen Handwerksbetrieb, der am Umbau selbst verdient. Es lohnt sich, die Wohnberatung vor der ersten Handwerker-Anfrage einzuschalten, damit die Planung nicht am eigenen Geschmack, sondern am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet wird.

In vielen Städten und Landkreisen sind Wohnberatungsstellen bei der Kommune, einer Wohlfahrtsorganisation oder dem Landkreis angesiedelt. Ein Anruf genügt meist, um einen Termin zu vereinbaren — oft kommt die Beratung sogar direkt in die Wohnung, um Türbreiten, Bodenbeläge und Lichtverhältnisse vor Ort zu begutachten. Das Ergebnis ist eine Liste konkreter Maßnahmen, die sich priorisieren lässt, statt sich allein auf die Einschätzung eines einzelnen Handwerksbetriebs zu verlassen.

💡 Gut zu wissen: Auch kleinere Maßnahmen wie rutschfeste Bodenbeläge, Haltegriffe oder ein Duschsitz zählen zur wohnumfeldverbessernden Maßnahme und können gemeinsam mit dem Duschumbau beantragt werden, statt Zuschüsse für mehrere Einzelmaßnahmen zu verschenken.

Besonderheit Mietwohnung

Wer zur Miete wohnt, braucht für bauliche Eingriffe wie den Duschumbau in der Regel die Zustimmung des Vermieters. Ohne diese Zustimmung sollte nicht gebaut werden, auch wenn der Zuschuss der Pflegekasse bereits bewilligt ist. Zusätzlich kann der Vermieter beim Auszug einen Rückbau in den ursprünglichen Zustand verlangen — das gehört in die schriftliche Vereinbarung, damit später keine unerwarteten Kosten entstehen. Am besten wird die Zustimmung parallel zum Antrag bei der Pflegekasse eingeholt, damit beide Genehmigungen vorliegen, bevor der erste Handwerker anrückt.

Was den Umbau technisch erleichtert oder erschwert

Ob eine bodengleiche Dusche unkompliziert einzubauen ist, hängt stark vom vorhandenen Estrich und Abfluss ab. In Altbauten mit niedriger Deckenhöhe im Bad kann der nötige Gefälleaufbau eng werden; hier braucht es oft spezielle Ablaufsysteme mit geringerer Einbautiefe. In Neubauten oder bei ohnehin anstehender Sanierung ist der Umbau meist deutlich einfacher zu planen. Ein Fachbetrieb mit Erfahrung in barrierefreiem Bauen kann vor Ort schnell einschätzen, welche Lösung zur Bausubstanz passt, statt eine Standardlösung überzustülpen, die später Probleme mit Feuchtigkeit oder Gefälle verursacht.

Auch die Position des Abflusses spielt eine Rolle: Liegt er ungünstig, kann eine Verlegung nötig werden, was den Aufwand und die Kosten erhöht. Ein Vorab-Termin mit dem Fachbetrieb, bei dem Estrichaufbau und Rohrverlauf geprüft werden, verhindert böse Überraschungen mitten im Umbau. Wer mehrere Angebote einholt, sollte darauf achten, dass alle Betriebe dieselbe Ausgangslage begutachtet haben — sonst sind die Kostenvoranschläge kaum vergleichbar.

Häufige Fragen

Muss der Pflegegrad schon vorliegen, bevor ich den Antrag stelle?

Ja, für den Zuschuss nach §40 Abs. 4 SGB XI muss mindestens Pflegegrad 1 anerkannt sein. Läuft der Antrag auf den Pflegegrad noch, lohnt sich ein Gespräch mit der Pflegekasse, ob und wie der Umbau-Antrag parallel vorbereitet werden kann.

Kann ich den Umbau schon beginnen, während der Antrag läuft?

Davon ist abzuraten. Der Zuschuss ist an den Antrag vor Baubeginn gekoppelt — wer vorher baut, riskiert, dass die Pflegekasse die Erstattung ablehnt. Warte die schriftliche Zusage ab.

Was, wenn der Zuschuss nicht die vollen Umbaukosten deckt?

Das ist der Regelfall bei einem kompletten Badumbau. Wohnberatungsstellen kennen oft weitere kommunale oder KfW-Programme, die ergänzend genutzt werden können — frag gezielt danach.

Gilt der Zuschuss auch für ein Gäste-WC oder nur fürs Hauptbad?

Entscheidend ist, dass die Maßnahme dem Pflegebedürftigen tatsächlich nutzt — meist also das Bad, das die betroffene Person überwiegend nutzt. Kläre den Einzelfall direkt mit der Pflegekasse, bevor du planst.

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Veröffentlicht durch die Pflege-Einstieg-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Juli 2026.

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